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Jahreslosung 2012

Jesus Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“

2. Korinther 12,9

 
Das Wort zum 2. Quartal 2012 (April - Juni)

 
Liebe Gemeinde,

liebe Freunde der Gemeinde,


zur Zeit bin ich in den Vorbereitungen für unseren Abschlussgottesdienst vom Glaubenskurs. Dieser Abschluss ist zu vergleichen mit einer Konfirmation. Was heißt Konfirmation? In der Evangelischen Kirche ist die Konfirmation eine Bestätigung (lat.: confirmare) der Taufe: Jugendliche können nun bekräftigen, dass ihnen das christliche Leben etwas bedeutet. Dazu werden sie bei der Konfirmation für ihren weiteren Lebensweg gesegnet. Für mich ist es ein bewusstes ‚Ja‘ zum christlichen Glauben und vor allen Dingen ein Bezeugen, dass man eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus hat.

Zeuge sein, das ist unsere Aufgabe. Zeuge sein für den, der alles geschaffen hat. Zeuge sein für den, der unser Leben in der Hand hält. Zeuge sein für den, der uns jeden Tag neu seine Liebe erweist.

Jesus sprach vom Zeugesein in einer ganz bestimmten Situation: Nach seiner Auferstehung, kurz bevor er in den Himmel ging. «Wenn aber der Heilige Geist auf euch gekommen ist, werdet ihr Kraft empfangen und als meine Zeugen auftreten» (Apg. 1,8).

Das ist nicht eine Aufforderung, sondern eine Feststellung. Jesus sagte nicht «ihr müsst meine Zeugen sein», sondern «ihr werdet das sein». Und Jesus ergänzte auch gleich, wer dabei die maßgebende Größe ist: der Geist Gottes. Er hilft reden, er hilft verstehen, er ist entscheidend.

Zeugen haben eine entscheidende Besonderheit: Sie haben etwas gesehen bzw. erlebt, was andere nicht gesehen oder erlebt haben. Genau das macht sie zu Zeugen. Sie waren bei etwas dabei, von dem andere nichts oder nur aus zweiter Hand wissen.

Es geht also nicht darum, dass wir viel aus der Bibel wissen, möglichst gute Antworten haben oder besonders schlagfertig sind. Zeuge sein heißt, wir haben etwas erlebt, bei dem andere nicht dabei waren und von dem nur wir ihnen berichten können.

Wenn wir vom Glauben reden, sollten wir das nicht belehrend tun, sondern indem wir davon reden, was wir mit Jesus erlebt haben bzw. gerade erleben. Das sind genau die Dinge, die andere wirklich interessieren und spannend finden.

Wir sollten uns nicht hinter Büchern, Glaubensbekenntnissen oder Berichten von anderen verstecken, sondern von dem erzählen, bei dem Jesus uns selbst getröstet, uns geholfen, zu uns gesprochen und uns geführt hat. Das ist der Stoff, der für andere spannend ist.

Denn viele haben ein recht schräges Bild von Gott. Sie denken, da ist jemand, der Gehorsam einfordert, streng ist und sie eines Tages gnadenlos richten wird. Das geht völlig am Kern dessen vorbei, was Jesus uns anbietet und geben will.

Viele denken bei Jesus zuerst an das, was er von ihnen wollen oder verlangen könnte. Sie wissen nicht - und vielleicht hat es ihnen noch nie jemand gesagt-, dass Jesus uns Menschen vor allem und zuallererst geben will. Ausgangspunkt ist nicht unser Gehorsam, sondern dass Jesus uns unglaublich lieb hat und mit uns wie mit einem Freund zusammenleben will.

Wer das dann bezeugt, der wird die unterschiedlichsten Reaktionen erleben: Interesse, Rückfragen, Unverständnis bis hin zu heftiger Ablehnung.

Der Prediger Paulus empfahl seinem jungen Schüler Timotheus: Schäm dich also nicht, dich in aller Öffentlichkeit zu unserem Herrn Jesus Christus zu bekennen. Halte auch weiter zu mir, obwohl ich jetzt für ihn im Gefängnis bin. Sei auch du bereit, für die rettende Botschaft zu leiden. Gott wird dir die Kraft dazu geben (2. Timotheusbrief 1,8).

Ich wünsche uns, dass wir dieses Zeugnis leben können. Gott segne Sie dafür.

Ihr / euer

Markus Haack
Jugendreferent der Evangelischen Christusgemeinde
 
 
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