Wort zum 4. Quartal (Nov-Jan)

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Liebe Leserinnen und Leser, liebe Gemeinde,

war (ist) das ein (Seuchen)Jahr? Viele Dinge hat es uns gelehrt; viele Erfahrungen
wurden gemacht. Und wie oft in jeder Krise: Neues wurde entdeckt und
angeschoben. Jeder hat es anders erlebt, die Bilanz fällt unterschiedlich aus.
Um nur ein Beispiel zu nennen: Der eine freute sich über Homeoffice und Homeschooling;
den anderen hat es an eine Belastungsgrenze geführt. Wie war meine „Note im Stresstest?“
Wie sieht es aus mit meinen Widerstandskräften, meiner Resilienz? Was sagt mir das und
wo setze ich an? Womöglich habe ich neue, starke und schwache Seiten an mir
erlebt. Vielleicht lassen Sie sich animieren, dies mal mit Ihrem Gott durchzusprechen
bzw. auch mit einem vertrauensvollen Menschen. Damit nicht allein zu bleiben
heißt die Losung. So eine Krise wirkt ja oft wie ein Katalysator; wir können die
Weichen neu stellen. Ich kann in dieses Vorwort nicht alles reinpacken, was mich dieses
Jahr gelehrt hat und fertig bin ich damit noch lange nicht. Ich habe aber auf’s neue entdeckt,
dass ich nichts und niemand ausgeliefert bin; dass mich nichts von Gottes Liebe
trennen kann (außer ich mich selbst) und dass unser Gott ein Gott ist, der mich
sieht (1. Mose 16,13). Ein Gott, der mit uns unterwegs ist, ein
Gott, der bei uns ist (2. Mose 3; Matthäus 28). Im Gemeindebrief des vierten
Quartals ist auch die Zeit, mal wieder an Adventslieder zu erinnern. Ich denke
da besonders an Jochen Klepper’s „Die Nacht ist vorgedrungen“ und an die Strophe: „Noch manche
Nacht wird allen auf Menschenleid- und schuld. Doch wandert nun mit allen der Stern der
Gotteshuld. Beglänzt von seinem Lichte, hält euch kein Dunkel mehr, von Gottes
Angesichte kam euch die Rettung her.“ Gottes Angesicht, seine „Zu-wendung“.
Gott, der mich sieht, dem ich am Herzen liege und der Gedanken der Zukunft und der Hoffnung für uns hat:
Der Herr segne Sie und behüte Sie; der Herr lasse sein Angesicht über Ihnen
leuchten und sei Ihnen gnädig, der Herr erhebe sein Angesicht auf Sie und
schenke Ihnen seinen Frieden. In diesem Sinne: auf ein guten neues Jahr!

Herzlichst
Ihr/euer

Jürgen Kizler